5/9/2020
Wie planen wir Hochzeiten?

Wie planen wir Hochzeiten? Teil 5: DJ & Entertainment

Einleitung

In unserer Serie “Wie planen wir Hochzeiten?” möchten wir Euch unsere Vorgehensweise bei jeder Hochzeitsplanung erläutern und nützliche Tipps an die Hand geben, die Ihr für Eure eigene Planung nutzen könnt.

1. Die Party - der Höhepunkt einer jeden Hochzeitsfeier

Die Party ist der Höhepunkt jeder Hochzeitsfeier - nach einem langen Tag und umfangreicher Beköstigung beginnt mit dem Eröffnungstanz der informelle Teil des Abends, in dem die Gäste vollkommen frei sein können. Mit dem richtigen Entertainment sorgt ihr dafür, dass diese Party die Party Eures Lebens wird.

Nach wenigen Wochen beginnen die Erinnerungen an die Hochzeit sukzessive zu verblassen. Niemand hat zu diesem Zeitpunkt noch den Geschmack des Essens im Kopf und auch die Emotionen des restlichen Tags gehen langsam aber sicher im Trott des Alltags unter. Doch was bleibt ist immer der Eindruck einer fetten Party - davon schwärmt Ihr und Eure Gäste noch monatelang.

Die Party ist auch deshalb etwas besonderes, weil Ihr sonst unter Umständen nie mehr all Eure Lieben so vereint und feierlustig beieinander habt, wie an diesem Tag. Schon alleine deshalb ist die Party emotional und wird nie wieder vergessen. Gerade Brautpaaren mit einem niedrigeren Budget empfehlen wir, den Fokus auf die Party zu legen. Aber auch bei höheren Budgets raten wir dazu, hier einen finanziellen Fokus draufzulegen, eben weil die Party langfristig gesehen viel wichtiger ist, als das Essen oder der Ausblick der Location.


2. Band oder DJ? Was sind die Vor- & Nachteile?

Die Abwägung zwischen Band und DJ ist eine persönliche Entscheidung, die ganz wesentlich vom eigenen Anspruch, den finanziellen und auch den lokalen Voraussetzungen abhängt. Für die allermeisten Hochzeiten empfehlen wir DJs, da gute Bands erst bei hohen Beträgen von 4.000 € aufwärts zu haben sind. Wir haben Euch die Vor- & Nachteile in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

DJ:

+ Sehr großes Repertoire und die Möglichkeit, auf Musikwünsche nahezu aller Art eingehen zu können

+ Benötigt wenig Platz (oft nur 3x2m)

+ Kann die Lautstärke kontrollieren

+ Benötigt keine Pausen

Band:

+ Tolle Atmosphäre durch Live-Musik

+ Bands können oft sehr gut animieren und aktiver performen, als viele DJs

- Beschränkte Auswahl an Titeln - selbst sehr professionelle und erfahrene Bands können häufig nicht mehr als 200 verschiedene Titel zur Verfügung stellen

- Benötigt sehr viel Platz (mindestens 5x4m, meistens mehr)

- Eine Band besitzt immer eine Grundlautstärke, die sich auch nicht mehr verringern lässt; gerade in kleineren Locations ist das häufig ein Problem

- Musiker benötigen regelmäßige Pausen und Ihr müsst Euch auch um die Versorgung aller Musiker mit Essen und Getränken kümmern


Ohne Zweifel: Live-Musik ist wichtig, sorgt für ein tolles Ambiente und macht mächtig was her. Wenn Eure Location und das Budget eine Live-Band zulassen und Ihr eine wirklich gute und professionelle Band auswählt, macht ihr dabei grundsätzlich nichts verkehrt und habt eine tolle Party. Ihr müsst Euch aber auch des dafür erforderlichen Aufwands bewusst sein.


Wir empfehlen daher, beide Elemente miteinander zu kombinieren. Dies kann auf zwei Arten und Weisen erfolgen:


  1. Ihr bucht DJ und Band gemeinsam; der DJ übernimmt dann während den Pausen der Musiker und kann extravagante Musikwünsche erfüllen, auch kann er nach dem Bandset (oft auf 4-5 Stunden begrenzt) noch Musik zur „Aftershow-Party“ spielen. Diese Variante erfordert jedoch ein hohes Budget, sehr viel Platz und beinhaltet immer noch das Lautstärkeproblem.
  2. Ihr bucht einen DJ und einzelne Musiker. Die Musiker können dann z.B. während des Dinners spielen, der DJ übernimmt zur Party. Als Musiker kommen z.B. ein Saxophonist mit Playback, aber auch akustische Duos mit Sänger/Sängerin und Instrumentalist in Betracht. Ihr habt durch diese Variante viel Geld gespart, ein Live-Musik-Element in die Feier integriert und könnt trotzdem von den Vorteilen eines DJs profitieren.


Die meisten unserer Brautpaare entscheiden sich für Variante 2 und bevorzugen diese auch vor der einzelnen Buchung eines DJs ohne Musiker. Gute Musiker gibt es für 2 Stunden für rund 250 - 350 EUR, sodass Ihr den Saxophonisten mit Playbacks und modernen Jazz/Popsongs schon günstig buchen könnt. Doch auch ein Duett ist finanziell noch im guten Rahmen und benötigt nicht viel Platz.

Auf dem nachfolgenden Handyvideo könnt Ihr unseren Saxophonisten Jan sehen, wie er mit passenden Playbacks ein 2-stündiges Programm mit modernen Soul-/Pophits aus den 70s bis heute zum Dinner gespielt und so die Location - ein restauriertes Theater - in ein Szenelokal am Broadway verwandelt hat. Im Anschluss an sein Programm habe ich dann übernommen und die Party als DJ zum Kochen gebracht.

3. Wie Du den richtigen DJ findest

Den richtigen DJ zu finden ist nicht leicht, vor allem, weil es nicht nur musikalisch, sondern auch zwischenmenschlich passen muss. Bevor wir näher auf die Musik eingehen hier schonmal einige wichtige Tipps, um den richtigen DJ zu finden:


  1. Achtet bei der Recherche nach dem richtigen DJ auf das mediale Auftreten - hat er eine gepflegte und saubere Webseite, gibt es Rezensionen und Bilder von vergangenen Hochzeiten?
  2. Achtet bei den Bildern genau auf den Aufbau der Technik - bei Profis könnt Ihr nahezu keine Kabel offen sehen, alles sieht schick und clean aus; bei Amateuren sehr Ihr oft unschöne Kabelbäume und allgemein viel zu viel Technik. Gute DJs verstecken die Technik hinter leuchtenden Elementen und erzeugen einen sehr sauberen Look.
  3. Bietet der DJ Euch ein persönliches Vorgespräch an? Gute DJs machen ein Vorgespräch zur Bedingung, um für sich selbst überhaupt erst einschätzen zu können, ob sie die Richtigen für Euch sind. DJs, die kein persönliches Vorgespräch anbieten, solltet Ihr meiden.
  4. Wie wirkt der DJ im persönlichen Vorgespräch? Ist er gut gekleidet, gepflegt und Zuvorkommend? Wer sich hier schon keine Mühe gibt, wird dies auch am Tag der Hochzeit nicht tun.

In unserem Besprechungsraum finden wir heraus, wie Ihr musikalisch tickt und was Eure Vorlieben sind

Ihr merkt schnell, ob Ihr zwischenmenschlich mit dem DJ zurechtkommt und er Euren Vorstellungen entspricht.

Nun geht es ans Musikalische:

Auf Hochzeiten herrscht regelmäßig ein sehr großes Altersspektrum. Da sind häufig junge Menschen und Partylöwen einerseits, Eure Eltern, Großeltern und Tanten/Onkel andererseits. Der DJ muss also an jedem Abend ein breites Spektrum an Musik abdecken. Aufgrund dieser Altersstruktur beherrschen gute Hochzeits-DJs alle Jahrzehnte und Richtungen und kennen insoweit auch die Top-Hits. Es bringt wenig, bereits zu Beginn der Party, wenn noch alle Gäste da sind, viele Insider-Songs aus einer speziellen Richtung zu spielen, denn das kennt im Zweifel die Hälfte der Gäste überhaupt nicht. Gerade zu Beginn der Party ist häufig Mainstream angesagt und es gilt, die Top-Hits aller Jahrzehnte zu spielen.


Dabei verfolgt jeder DJ eine eigene Taktik. Die Taktik unserer DJs besteht darin, gleich zu Beginn der Party die älteren Gäste abzuholen, denn diese verlassen die Hochzeit überweise als Erstes. Daher gibt es häufig nach dem Eröffnungstanz einen Block mit älterer oder „allgemeingültiger“ Tanzmusik, z.B. diversen Discofox-Hits. Achtung: Discofox bedeutet nicht automatisch Schlager - auch wenn Ihr keine Schlager hören möchtet gibt es mit Songs wie z.B. „Sing Halleluja“ oder „Relight my Fire“ mehr als genug Möglichkeiten, den Geschmack der älteren Gäste voll und ganz zu treffen.


Diese Taktik bietet 2 Vorteile: zum einen habt Ihr die Chance gehabt, mit Euren Eltern zu deren Musik zu tanzen, zum anderen benötigen die jüngeren Gäste häufig ohnehin noch etwas Vorlaufzeit, um warm zu werden. Zum anderen habt Ihr Eure älteren Gäste schon zu Beginn der Party glücklich gemacht. Selbst, wenn der DJ im Laufe der darauffolgenden Stunden nicht mehr dazu kommt, ältere Musik zu spielen, hatten die älteren Gäste Ihre Tanzmöglichkeit schon gehabt.

Im Anschluss arbeiten sich unsere DJs dann Stück für Stück durch alle (erlaubten) Genres, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Wir gehen dabei nach der in Fachkreisen genannten „goldenen 3er-Regel“ vor:


Die goldene 3er-Regel

Wir spielen immer rund 3 Songs desselben Genres. Es können auch mal 2-5 Songs sein, im Schnitt orientieren wir uns erstmal an der Zahl 3. Nach jedem dieser 3er-Blöcke wechseln wir sanft und dezent die Musikrichtung. Dieses Vorgehen hat verschiedene Vorteile:


  1. Ihr erreicht durch den regelmäßigen Wechsel der Genres ein hohes Maß an Abwechslung und ermöglicht dadurch eine Rotation auf der Tanzfläche. Die Gäste können wild zu einer Musikrichtung feiern und sich im Anschluss, sofern ihnen die darauffolgende Richtung nicht zu 100% zusagt, auch etwas zu Trinken holen. Parallel kommen aber wieder andere Gäste auf die Tanzfläche, die vorher etwas Trinken waren. Dadurch erzeugt Ihr eine große Dynamik und haltet die Tanzfläche immer voll, wohingegen ansonsten immer die gleichen Gäste tanzen und andere warten würden.
  2. Die Orientierung an 3 Songs ist deshalb ideal, weil die Gäste nicht nach einem Wechsel der Musikrichtungen sofort beim 1. Song aufspringen und auf die Tanzfläche laufen. Gäste, die nicht ohnehin schon auf der Tanzfläche sind, benötigen erstmal einen Song, um sich auf die neue Richtung einzulassen. Daher sollten es mindestens 2 Songs pro Block sein. Nach 5 Songs ist spätestens die Luft raus und die Gäste möchten mehr Abwechslung haben, auf einen anderen Beat tanzen können usw.; daher bietet sich ein Wechsel an dieser Stelle oft an
  3. Der Übergang der Genres wird fließend gestaltet. Hierzu nutzen wir Transition Songs, also Songs, die zwischen verschiedenen Genres liegen. Möchten wir z.B. von 80er Pop/New Wave auf Rock n Roll wechseln, würden wir mit Kenny Loggins „Footloose“ einen schönen Übergang bauen. Genauso können wir von 80er Pop auf 2000er RnB wechseln, indem wir Michael Jackson mit Justin Timberlake kombinieren. Auf diese Art und Weise entsteht ein natürlicher Flow, sodass die Genrewechsel nicht auffallen, sondern sich vielmehr wie ein roter Faden durch den Abend ziehen.


Dennoch ist nicht jede Hochzeit gleich. Auch wenn wir immer Top-Hits und Mainstream spielen, damit möglichst viele Gäste mit der Musik etwas anfangen können, geben wir jeder Party eine individuelle Note. Dies erreichen wir, indem wir zunächst den generellen musikalischen Rahmen in einem Vorgespräch mit Musikwunschfragebogen ausarbeiten. Dadurch erfahren wir, welche Richtungen Euren persönlichen Schwerpunkt bilden und welche Richtungen wir gar nicht spielen sollen (viele Brautpaare wünschen z.B. keinen Schlager auf Ihrer Hochzeit). Darüber hinaus fragen wir Euch nach Euren Musikwünschen und schreiben in einer Liste alle Songs zusammen, die für Euch besondere Bedeutung haben. Diese bauen wir dann ins Programm an den passenden Stellen ein.


Zu späterer Stunde, wenn der harte Kern noch da ist, gehen wir auch gerne tiefer in Eure Lieblingsrichtungen und legen den musikalischen Fokus auf die verbliebenden Gäste. Für den Beginn der Party hat sich das breit gefächerte Programm jedoch nach unserer Erfahrung erfolgreich etabliert.


Darüber hinaus solltet Ihr auch darauf achten, dass Euer DJ offen für Musikwünsche und Anregungen der Gäste ist. Es geht dabei nicht darum, jeden Wunsch zu erfüllen, denn dies wäre gar nicht immer zielführend (dafür sind manche Musikwünsche einfach zu speziell). Aber Euer DJ sollte gut mit den Gästen umgehen und auch zuvorkommend sein. Passende Musikwünsche sollte er auch an geeigneter Stelle spielen.

4. Worauf wir achten, wenn Brautpaare einen unserer DJs buchen möchten

Wir machen ein persönliches Vorgespräch zur Bedingung, um mehr über Euch zu erfahren und den musikalischen Rahmen wie zuvor beschrieben abstecken zu können. Vor allem geht es uns aber auch darum, eine große Vertrauensbasis zu schaffen. Denn Ihr vertraut uns am schönsten Tag Eures Lebens mit eine der wichtigsten Dienstleistungen an und da ist es für uns selbstverständlich, dass wir Euch so viel Sicherheit geben möchten, dass Ihr Euch entspannt auf die Party freuen könnt und wisst, dass alles perfekt klappen wird. Aus diesem Grund erklären wir Euch auch in jedem Vorgespräch, wie wir arbeiten (siehe zuvor, goldene 3er-Regel, Einbau von Musikwünschen etc.) und zeigen Euch anhand vergangener Hochzeiten, wie wir die Schwerpunkte der Brautpaare mit den Top-Hits kombiniert haben. Dadurch wisst Ihr ganz genau, wie wir arbeiten und könnt auch einschätzen, ob dies zu Eurer Vorstellung passt.

Denn gerade im Bereich der Musikauswahl gibt es kein richtig oder falsch. Entweder es gefällt den Leuten oder auch nicht. Doch es schwierig, hier einen objektiven Maßstab anzulegen und die Qualität der Darbietung zu beurteilen. Daher ist es umso wichtiger, dass unsere Philosophien übereinstimmen. Das Vorgespräch dient aber nicht nur dazu, eine Vertrauensbasis herzustellen und sich kennenzulernen; es dient auch dazu, dass wir einschätzen können, ob wir überhaupt die richtigen DJs haben. Das ist bei 95% der Hochzeiten definitiv der Fall, doch bei sehr speziellen Musikrichtungen und Wünschen (z.B. soll den ganzen Abend nur Hip Hop/RnB gespielt werden, alle anderen Musikrichtungen sind verboten) kann es sein, dass wir nicht der richtige Dienstleister sind. Aus diesem Grund gibt das Vorgespräch für alle die Gewissheit, dass die Erwartungshaltung und das Leistungsspektrum miteinander übereinstimmen und einer tollen Party nichts im Wege steht.

5. Weitere Möglichkeiten, um die Gäste zu unterhalten

Wir haben eingangs bereits erwähnt, dass viele Brautpaare bei uns eine Kombination aus Live-Musik und DJ buchen. Alternativ könnt bzw. Solltet Ihr auch Live-Musik bei der Trauung einbinden, um mindestens 1 Live-Musik Element im Tagesablauf berücksichtigt zu haben. Es gibt aber auch noch weitere Möglichkeiten, Gäste zu unterhalten:


  1. Zauberer
  2. Fotobox
  3. Künstlerische Darbietungen, Portraitzeichner

Zauberer sind unser persönliches Highlight, denn gerade auf Hochzeiten werden sie oft unterschätzt. Gute Zauberer gehen von Tisch zu Tisch, unterhalten sich mit Euren Gästen und führen Tricks vor. Sie sind dabei äußerst charismatisch. Auch eine Zaubershow vor allen Gästen ist denkbar und führt häufig zu funkelnden Augen und schönen Momenten, gerade wenn noch leichte Comedy-Elemente integriert werden.


Fotoboxen bieten durch die Ansammlung von Requisiten ebenfalls viel Spaß und Freunde und schaffen gleichzeitig schöne Erinnerungen, gleiches gilt für Künstler und Portraitzeichner.

Höre Dir die dazugehörige Folge in unserem Podcast an:

Ken Keiper

DJ & Hochzeitsplaner

Über den Autor

Ken Keiper ist DJ und zertifizierter Hochzeitsplaner. Er setzt täglich die Wünsche unserer Brautpaare um und feiert nahezu jedes Wochenende mit den Hochzeitsgesellschaften bis tief in die Nacht. Der studierte Dipl.-Finanzwirt (FH) ist Visionär und hat es sich zum Ziel gesetzt, neue Innovationen zu entdecken und umzusetzen. Privat ist er hoffnungsloser Romantiker und liebt gemeinsame Abende mit Freunden und Familie.