5/9/2020
Kurztipps

Kirchliche Trauungen | Voraussetzungen, Ablauf & Gestaltungsoptionen

Die Voraussetzungen

Im Gegensatz zur standesamtlichen Trauung ist die kirchliche Trauung freiwillig. Sie kann unabhängig von der standesamtlichen Trauung durchgeführt werden. Inzwischen ist es auch möglich, die kirchliche Trauung vor der standesamtlichen Trauung abzuhalten (früher war dies anders).

Es gibt drei Arten von kirchlichen Trauungen: evangelisch, katholisch und ökumenisch (Mischform). Sind beide Partner evanglisch oder katholisch, wird i.d.R. eine entsprechende Zeremonie durchgeführt. Sind sie glaubensverschieden, bietet sich die ökumenische Trauung an, bei der häufig zwei Pfarrer der unterschiedlichen Glaubensrichtungen die Trauung gemeinsam durchführen.

Um eine kirchliche Trauung durchzufüren, muss einer der Partner der entsprechenden Glaubensgemeinschaft angehören. Sofern einer der Partner bereits verheiratet war, wird es in der katholischen Kirche schwierig, wobei es auch dort stark auf den Pfarrer und dessen Gelassenheit ankommt. Denn auch die katholische Kirche lässt in Rücksprache mit einem Bischoff gelegentlich Trauungen mit geschiedenen oder verwitweten Partnern zu. Hier lohnt es sich, bei der örtlichen Kirchengemeinde mal nachzufragen.

Ganz allgemein hängt bei der kirchlichen Trauung vieles vom Pfarrer ab. Manche sind sehr entspannt, lustig und geben sich viel Mühe. Andere wiederum verbieten sogar Foto- und Videoaufnahmen. Mein Tipp: Sprich mit dem Pfarrer und schaue, ob du mit ihm auf einer Wellenlänge schwebst. Falls nicht, könnte sich unter Umständen immer noch eine freie Trauung anbieten.

Der Ablauf

Die Anmeldung der Trauung

Die Anmeldung der Trauung erfolgt bei der Kirchengemeinde. Hierfür sind folgende Unterlagen erforderlich:

  • Personalausweis
  • Taufschein
  • Firmungszeugnis (katholisch) bzw. Konfirmationsurkunde (evangelisch)
  • Heiratsurkunde (falls standesamtliche Trauung schon stattgefunden hat)
  • Bescheinigung über die Anmeldung zur Eheschließung

Im Anschluss findet ein Traugespräch mit dem Pfarrer statt. In dem Gespräch werden vor allem die Organisation (Ablauf) der Trauung, aber auch Gründe für die Eheschließung und Glaubensfragen geklärt.

Der Ablauf der Zeremonie

Der Ablauf hängt dann davon ab, ob eine evangelische oder katholische Trauung gefeiert wird. Im Allgemeinen sieht der Ablauf meist wie folgt aus:

  1. Die Gäste nehmen in der Kirche vorab Platz
  2. Einzug (Meistens wartet der Bräutigam und die Braut zieht mit ihrem Vater ein; ein gemeinsamer Einzug ist jedoch auch möglich)
  3. Begrüßung
  4. Lied
  5. Predigt
  6. Ringwechsel, persönliches Eheversprechen
  7. Fürbitten (katholisch) bzw. Vaterunser (Evangelisch)
  8. Eucharistiefeier (nur bei katholischen Trauungen)
  9. Lied
  10. Verabschiedung
  11. Auszug

Tipp: Untermale den Einzug der Braut mit Musik und achte darauf, dass du nicht zu schnell gehst und den Moment genießt.
Tipp: Achte auf die Sitzordnung von Braut und Bräutigam. I.d.R. sitzt die Braut links, der Bräutigam rechts (auf den Altar blickend).

Wie Du mehr aus der kirchlichen Trauung rausholen kannst

Als Gestaltungsoption kannst du bei der kirchlichen Trauung eigentlich nur Musik wählen. Denn alles andere wird von den Traditionen der Kirche festgelegt. Achte auch darauf, die Kirche schön zu gestalten (z.B. mit Blumenschmuck, Kirchenheften usw.). Mehr Freiheit bringt dir dann nur noch die freie Trauung.

Ken Keiper

DJ & Hochzeitsplaner

Über den Autor

Ken Keiper ist DJ und zertifizierter Hochzeitsplaner. Er setzt täglich die Wünsche unserer Brautpaare um und feiert nahezu jedes Wochenende mit den Hochzeitsgesellschaften bis tief in die Nacht. Der studierte Dipl.-Finanzwirt (FH) ist Visionär und hat es sich zum Ziel gesetzt, neue Innovationen zu entdecken und umzusetzen. Privat ist er hoffnungsloser Romantiker und liebt gemeinsame Abende mit Freunden und Familie.